Autofahren gehört für viele Hunde ganz selbstverständlich zum Alltag. Zum Spaziergang, zum Training, zum Tierarzt oder in den Urlaub – manchmal sind es fünf Minuten, manchmal mehrere Stunden.
Dabei geht es nicht nur darum, ob der Hund gerne Auto fährt. Er muss auch so mitfahren, dass er selbst und die Menschen im Fahrzeug möglichst gut geschützt sind.
Und auch das will gelernt sein.
Worauf es wirklich ankommt
Sicher transportieren beginnt nicht erst auf der Autobahn.
Gewöhnen → passend sichern → Sicherung richtig befestigen → ruhig fahren → Pausen machen → Temperatur im Blick behalten.
Auch die kurze Fahrt um die Ecke ist eine Autofahrt.
Mitfahren muss man lernen
Manche Welpen steigen ins Auto und schlafen nach wenigen Minuten ein. Andere finden Motorgeräusch, Bewegung, Enge oder den ungewohnten Untergrund erst einmal ziemlich merkwürdig.
Deshalb sollte Autofahren möglichst früh und in kleinen Schritten selbstverständlich werden.
Zunächst kann der Hund das stehende Fahrzeug kennenlernen. Dann folgen kurze Fahrten, möglichst ohne großes Programm am Ziel. Nicht jede Autofahrt muss zum aufregenden Spaziergang führen – sonst lernt der Hund womöglich sehr schnell, dass schon das Einsteigen den Beginn des nächsten Abenteuers ankündigt.
Auch eine Transportbox sollte nicht erst dann auftauchen, wenn die erste längere Reise ansteht.
Gewöhnung schafft Sicherheit – auch emotional.
Im Auto braucht der Hund eine Sicherung
Rechtlich ist die Sache ziemlich eindeutig: Ein Hund darf im Fahrzeug nicht einfach ungesichert mitfahren. Die Straßenverkehrsordnung verlangt, dass Tiere die Fahrerin oder den Fahrer nicht beeinträchtigen und dass Ladung so gesichert ist, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlichem Ausweichmanöver nicht verrutscht oder herumgeschleudert wird. Für den Hundetransport wird der Hund dabei als zu sichernde Ladung behandelt.
Das klingt zunächst etwas unsympathisch – schließlich ist unser Hund für uns keine „Ladung“. Physikalisch ist der Begriff allerdings sehr treffend.
Bei einer Vollbremsung oder einem Unfall bewegt sich ein ungesicherter Hund eben nicht mehr aus eigener Entscheidung durch das Auto. Er kann sich schwer verletzen und gleichzeitig für andere Insassen zur Gefahr werden. Auch für Rettungskräfte kann ein verletzter, verängstigter und frei beweglicher Hund nach einem Unfall problematisch sein.
Box, Geschirr oder Gitter?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Hund im Auto zu sichern. Sie bieten allerdings nicht denselben Schutz.
Für mich ist eine stabile, passend dimensionierte und fest im Fahrzeug gesicherte Transportbox die überzeugendste Lösung. Der Hund hat einen definierten, geschützten Platz und kann sich bei einer Vollbremsung oder einem Unfall nicht frei durch das Fahrzeug bewegen. Wichtig: Eine Transportbox sollte nach einem Unfall erst geöffnet werden, wenn der Hund unmittelbar gesichert übernommen werden kann.
Dabei ist größer nicht automatisch besser. Die Box muss dem Hund ausreichend Platz zum Liegen und für eine bequeme Körperhaltung bieten, sollte aber nicht so groß sein, dass er bei einem Aufprall darin weit herumgeschleudert werden kann.
Ein Trenngitter verhindert in erster Linie, dass der Hund aus dem Kofferraum nach vorn in den Fahrgastraum gelangt. Der Hund selbst ist damit innerhalb des Laderaums jedoch nicht vergleichbar geschützt. Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der leicht übersehen wird: Wird nach einem Unfall die Heckklappe geöffnet, kann ein verängstigter oder desorientierter Hund unmittelbar auf die Fahrbahn laufen.
Ein für die Fahrzeugsicherung geeignetes Brustgeschirr kann eine Alternative sein, wenn es korrekt sitzt und mit einem dafür vorgesehenen, belastbaren Rückhaltesystem verwendet wird. Ein gewöhnliches Alltagsgeschirr mit irgendeinem Gurtadapter ist damit nicht automatisch gleichzusetzen. Auch hier muss das System die bei einem Unfall auftretenden Kräfte aufnehmen können.
Entscheidend sollte deshalb nicht sein, welche Lösung dem Hund die meiste Bewegungsfreiheit lässt, sondern welche ihn im Ernstfall möglichst gut schützt.
Auch die Box selbst muss sicher sein
Die beste Hundebox hilft wenig, wenn sie beim Bremsmanöver mitsamt Hund durch den Kofferraum fliegt.
Eine nicht fest eingebaute Box muss deshalb zuverlässig mit dem Fahrzeug verbunden werden. Der ADAC empfiehlt bei Kofferraumboxen die Befestigung über geeignete Spanngurte und die vorhandenen Verzurrösen.
Das ist einer dieser Punkte, die leicht übersehen werden: Man sichert nicht nur den Hund in der Box. Man sichert auch die Box im Auto.
Die kurze Strecke zählt genauso
„Wir fahren doch nur eben zum Wald“ schützt leider weder vor einem anderen Verkehrsteilnehmer noch vor einer notwendigen Vollbremsung.
Deshalb gehört der Hund auch auf kurzen Strecken gesichert.
Mangelnde Ladungssicherung kann außerdem rechtliche Folgen haben. Nach aktuellem Stand sind bei einem unzureichend gesicherten Hund je nach Situation Verwarnungs- oder Bußgelder bis 75 Euro sowie bei Gefährdung oder Unfall ein Punkt möglich.
Und auch versicherungstechnisch kann es relevant werden: Der ADAC weist darauf hin, dass eine Kaskoversicherung für Schäden, die durch mangelhaft gesicherte Ladung entstanden sind, nicht zwingend eintreten muss. Wie das im konkreten Schadenfall bewertet wird, hängt selbstverständlich vom jeweiligen Vertrag und den Umständen des Unfalls ab.
Im Sommer wird das Auto zur eigenen Gefahr
Ein geparktes Auto kann sich sehr schnell stark aufheizen. Nach Angaben des ADAC können bei nur 20 Grad Außentemperatur im geschlossenen Fahrzeug innerhalb einer Stunde etwa 46 Grad erreicht werden. Auch Schatten und nur leicht geöffnete Seitenfenster verhindern einen gefährlichen Temperaturanstieg nicht zuverlässig.
Wenn ein Hund bei moderaten Temperaturen ausnahmsweise für kurze Zeit im Auto bleiben muss, lässt sich die Belüftung jedoch deutlich verbessern. Praktisch sind sogenannte Heckklappenaufsteller. Sie werden in das Schloss der Kofferraumklappe eingehängt und halten die Klappe einen Spalt geöffnet, während das Fahrzeug weiterhin verschlossen werden kann. Wird zusätzlich ein Fenster oder das Schiebedach geöffnet, kann eine echte Querlüftung entstehen. Hersteller solcher Systeme empfehlen ausdrücklich eine zusätzliche Öffnung, damit die Luft besser zirkulieren kann.
Das ersetzt keine Kontrolle der Temperatur und macht ein heißes Auto nicht sicher. Bei hohen Außentemperaturen, direkter Sonneneinstrahlung oder längeren Standzeiten gehört ein Hund nicht in ein abgestelltes Fahrzeug. Der ADAC warnt hier sehr deutlich vor dem Risiko eines Hitzschlags.
Bei längeren Fahrten gehören außerdem Wasser und regelmäßige Pausen dazu. Der ADAC empfiehlt spätestens etwa alle zwei bis drei Stunden eine Pause.
Sicher fahren soll selbstverständlich werden
Im besten Fall macht sich der Hund über all diese Dinge später überhaupt keine Gedanken mehr.
Er steigt ein, nimmt seinen Platz ein und weiß: Jetzt wird gefahren.
Genau dahin soll die Gewöhnung führen. Nicht zur Aufregung vor jeder Fahrt und auch nicht dazu, dass der Hund frei durchs Auto turnt, sondern zu einer vertrauten Routine.
Ein Hund muss im Auto nicht möglichst viel Freiheit haben. Er braucht einen sicheren Platz, an dem er entspannt mitfahren kann.
Dann haben Fahrer, Hund und alle anderen Insassen eine deutlich bessere Chance, genau das zu tun, worum es am Ende geht: gut anzukommen.